Acne inversa bei Jugendlichen

Acne inversa bei Jugendlichen

Acne inversa (Akne inversa) kann in jedem Alter auftreten. In vielen Fällen sind Erwachsene betroffen, die chronisch-entzündliche Erkrankung kann aber auch schon im Jugendalter auftreten. Oft zeigen sich bereits während oder nach der Pubertät die ersten Beschwerden. Bei etwa 35 % der Menschen mit Acne inversa beginnt die Erkrankung zwischen dem 11. und 20. Lebensjahr. Wie auch bei Erwachsenen sind entzündete Hautbereiche das typische Merkmal für Acne inversa bei Jugendlichen. Die Veränderungen bilden sich insbesondere in den Achselhöhlen, am Gesäß, in den Leisten und im Genitalbereich. Häufig sind mehrere Körperregionen betroffen. Je nach Ausprägung der Erkrankung zählen Knoten, Abszesse, Fisteln und Vernarbungen zu den Symptomen.

Jugendliche befinden sich noch mitten im Wachstum und in der Entwicklung. Die Pubertät kommt als besondere Phase des Umbruchs und der Veränderungen noch hinzu. In diesem prägenden Lebensabschnitt mit Acne inversa und den Folgen der Erkrankung umgehen zu müssen, ist eine große Herausforderung. Kommt es in jungen Jahren zu Acne inversa, sind eine frühzeitige Diagnose und eine wirksame Behandlung daher besonders wichtig. Es gibt viele Situationen, die in der Jugend von Acne inversa überschattet werden können. Eine unbeschwerte Zeit mit Freunden verbringen, zum Sport gehen, in der Schule das Beste geben, den Weg in den Beruf finden, das erste Mal verliebt sein oder einen Freund bzw. eine Freundin haben sind nur einige Beispiele. Ziel ist es daher, das Fortschreiten und mögliche Folgen der Krankheit frühest- und bestmöglich einzudämmen, um das zu verhindern.

Fünf Fakten zu Acne inversa

  1. Acne inversa ist nicht „nur“ eine Hauterkrankung
    Acne inversa ist keine reine Hauterkrankung, sondern betrifft den ganzen Körper. Es handelt sich um eine chronisch-entzündliche, systemische Hauterkrankung. Sie steht mit einer Fehlleitung des Immunsystems im Zusammenhang und kann mit einer Reihe von Begleiterkrankungen einhergehen.

  2. Acne inversa verläuft oft fortschreitend
    Häufig nehmen die Beschwerden mit der Zeit zu. Daher sind eine frühe Diagnose und eine konsequente Behandlung der Acne inversa wichtig. Auf diese Weise wird versucht, das Fortschreiten und die Spätfolgen der Erkrankung – etwa Fistel- oder Narbenbildungen – aufzuhalten.

  3. Acne inversa ist eine chronische Erkrankung
    Acne inversa kann nicht geheilt werden. Es gibt jedoch unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten, um gegen die Beschwerden vorzugehen und den Folgen der Erkrankung entgegenzuwirken.

  4. Acne inversa verläuft häufig in Schüben
    Das bedeutet, Zeiten mit und ohne Beschwerden wechseln sich ab. Wie lange eine Phase ohne Beschwerden anhält oder wann der nächste Schub kommt, lässt sich jedoch nicht voraussagen.

  5. Es ist nicht nur eine einzelne Ursache für Acne inversa verantwortlich
    Wenn die genauen Ursachen für Acne inversa auch bislang nicht geklärt sind, ist bekannt, dass unterschiedliche Faktoren zusammenspielen und zur Entstehung beitragen.

Diagnose: Acne inversa auf der Spur

Auf Acne inversa spezialisierte Hautärzte sind die richtigen Ansprechpartner für die Diagnose und Behandlung der Acne inversa bei Jugendlichen. In einigen Kliniken gibt es zudem Ambulanzen oder Zentren, die sich auf die Erkrankung spezialisiert haben. Es ist wichtig, Acne inversa früh und richtig zu diagnostizieren. Das ist die Voraussetzung für eine wirksame Behandlung. Einen einzelnen Test oder eine einzelne Untersuchung, mit der sich Acne inversa sicher feststellen lässt, gibt es nicht. Der Hautarzt erkennt die Erkrankung in erster Linie an den typischen Hautveränderungen und Körperregionen. Haben weitere Familienangehörige Acne inversa, kann dies ebenfalls ein Hinweis sein. Bestimmte Blutwerte zeigen, dass es generell eine Entzündung im Körper gibt. Sie weisen Acne inversa zwar nicht sicher nach, da die Entzündung auch andere Ursachen haben kann, können jedoch einen Anhaltspunkt geben.

WEITERE INFOS ZUR DIAGNOSE

Behandlung von Acne inversa bei Jugendlichen

Erkrankung beeinträchtigt wird. Eine frühzeitige Eindämmung der Entzündung trägt dazu bei, ein Fortschreiten der Erkrankung und damit auch Folgen wie Narbenbildung oder die Notwendigkeit von Operationen nach Möglichkeit aufzuhalten. Acne inversa ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Daher wird ein individuelles Behandlungskonzept erstellt. Es ist an den persönlichen Bedürfnissen und dem Schweregrad der Erkrankung ausgerichtet. Generell kann Acne inversa mit Medikamenten oder durch Operationen behandelt werden. Wichtig bei der Behandlung ist, dass alle Aspekte der Acne inversa berücksichtigt werden: Schmerzen, die psychische Belastung oder auch mögliche Begleiterkrankungen.

WEITERE INFOS ZUR BEHANDLUNG MIT MEDIKAMENTEN

WEITERE INFOS ZU OPERATIONEN

WEITERE INFOS ZUR PSYCHOLOGISCHEN UNTERSTÜTZUNG

Den Alltag mit Acne inversa meistern

Acne inversa in jungen Jahren hat nicht nur körperliche Auswirkungen. Zu den Beschwerden zählen Schmerzen, Geruchsentwicklung und Bewegungseinschränkungen. Für Jugendliche bedeutet das oft eine große Belastung und kann die Lebensqualität beeinträchtigen. Zusätzliche Kräfte müssen mobilisiert, neue Wege gefunden werden. Neben der passenden Behandlung kann ein offener und aktiver Umgang mit Acne inversa ein wichtiger Beitrag für einen positiven Weg durchs Leben sein. Jeder Jugendliche mit Acne inversa, aber auch Eltern und Familie müssen ihren eigenen Weg mit der Erkrankung finden. Grundsätzlich kann eine aktive Auseinandersetzung mit Acne inversa jedoch helfen, mit der Erkrankung klarzukommen.

Acne inversa: Auf dem Weg zur Akzeptanz

  • Informieren:
    Informationen helfen, Acne inversa zu verstehen, zu verarbeiten und mit der Erkrankung umzugehen. Welche Ursachen hat die Krankheit? Wie wird sie behandelt? Was kann den Alltag erleichtern? Sich gut mit der eigenen Erkrankung auszukennen gibt Sicherheit. Der behandelnde und spezialisierte Hautarzt ist der wichtigste Ansprechpartner für alle Fragen, aber auch im Internet gibt es Informationen.

  • Offen kommunizieren:
    Die Diagnose Acne inversa bringt viel Unbekanntes und auch Unsicherheiten mit sich. Das betrifft Jugendliche wie auch Eltern oder Familie. Gefühle preiszugeben – auch Ängste oder Sorgen – kann die Chance geben, an diesen etwas zu ändern.

  • Aufklärung im persönlichen Umfeld:
    Viele Menschen kennen Acne inversa nicht. Unwissenheit kann zu Vorurteilen und unbedachten Reaktionen führen. Aufklärung im direkten Umfeld kann helfen, Missverständnisse zu vermeiden und Verständnis zu fördern. Ob Familie und Freunde oder Lehrer und Mitschüler: Es sollte immer abhängig von der persönlichen Situation entschieden werden, wann und wem gegenüber wie viel Offenheit angebracht ist.

  • Erfahrungsaustausch:
    Wie gehen andere mit Acne inversa um? Wie bestreiten sie den Alltag? Der Austausch mit anderen Menschen, die ganz ähnliche Erfahrungen machen, kann hilfreich sein und Kraft geben. Selbsthilfegruppen, Foren im Internet oder auch Facebook-Gruppen bieten die Möglichkeit zum Austausch.

Quelle:

  1. Palmer RA et al. Early-onset hidradenitis suppurativa. Clin Exp Dermatol 2001; 26: 501–503.

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