Ursachen & Risikofaktoren von Acne inversa

Die genauen Ursachen von Acne inversa (Akne inversa) sind bis heute nicht abschließend geklärt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die typischen Hautveränderungen Folge einer Verstopfung des Haarwurzelkanals und einer Fehlleitung des Immunsystems sind. Zusätzlich gibt es eine Reihe von Risikofaktoren, die zur Entstehung von Acne inversa beitragen können. Sicher ist, dass die Erkrankung nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat.

Acne inversa: Verstopfter Haarwurzelkanal und Entzündung

Die Hautveränderungen bei Acne inversa entstehen durch eine Entzündung des Haarbalgs (Haarfollikels). Der Haarbalg ist die Körperstruktur, die die Haarwurzel umschließt und das Haar in der Haut verankert. Haare zählen zu den sogenannten Hautanhangsgebilden. Sie bestehen hauptsächlich aus Hornsubstanz (Keratin), einer bestimmten Gruppe von Eiweißstoffen (Proteinen). Die Haare werden in den Haarwurzeln gebildet. Bei Acne inversa kommt es zu einer Verstopfung des Haarwurzelkanals am oberen Teil des Haarbalgs. In der Folge schwillt der Haarbalg an. Wird die Schwellung zu stark, kann er aufreißen (Ruptur). Durch die Ruptur können Keratin und Bakterien in die umliegenden Unterhautschichten gelangen. Das Immunsystem, die körpereigene Abwehr, tritt in Aktion und es kommt zu einer Entzündung. Es werden immer mehr entzündungsfördernde Botenstoffe ausgeschüttet. Dadurch kann eine anhaltende (chronische) Entzündung entstehen. Im weiteren Krankheitsverlauf können sich Abszesse und Fisteln bilden.

Risikofaktoren für Acne inversa

Unterschiedliche Faktoren können dazu beitragen, dass Acne inversa entsteht.

Alter

Acne inversa tritt besonders häufig bei jungen Erwachsenen Anfang 20 auf. Ab etwa dem 55. Lebensjahr nimmt sowohl die Häufigkeit als auch die Schwere der Krankheit ab.

Geschlecht

Es wird vermutet, dass Frauen häufiger an Acne inversa erkranken als Männer.

Erbliche Faktoren

Es scheint eine erbliche Veranlagung für Acne inversa zu geben. Bei etwa einem Drittel der Menschen mit Acne inversa sind im familiären Umfeld weitere Personen erkrankt.

Hormonelle Faktoren

Da die Erkrankung bei Frauen im gebärfähigen Alter besonders häufig auftritt, wird vermutet, dass es eine Verbindung zwischen Geschlechtshormonen und Acne inversa bei einigen Patienten gibt.

Lebensstil

Auch zwischen Rauchen, Übergewicht und Acne inversa scheint es einen Zusammenhang zu geben, der jedoch nicht vollständig geklärt ist. Ein hohes Körpergewicht kann die Beschwerden durch erhöhte Schweißbildung und Reibung in den Körperfalten ungünstig beeinflussen.

Acne inversa oder Schweißdrüsenabszess?

Acne inversa wird auch heute noch manchmal als Schweißdrüsenabszess bezeichnet. Das kommt daher, dass früher angenommen wurde, eine Entzündung der Schweißdrüsen wäre die Ursache der Erkrankung. Auch die Bezeichnung Hidradenitis suppurativa weist auf diesen Irrtum hin, denn „hidros“ ist das griechische Wort für Schweiß. Tatsächlich kann es im Verlauf von Acne inversa auch zu einer Entzündung der Schweißdrüsen kommen. Diese ist jedoch nicht ursächlich für die Erkrankung.

Quellen:

  1. Zouboulis CC, Tsatsou F (2012). Disorders of the apocrine sweat glands. In: Goldsmith LA, Katz SI, Gilchrest BA, Paller AS, Leffell DJ, Wolff K (eds) Fitzpatrick’s Dermatology in General Medicine. 8th ed., McGraw Hill, New York, Chicago, pp. 947–959. 
  2. Jemec G. Hidradenitis Suppurativa. N Engl J Med. 2012; 366: 158–64.
  3. Collier F, Smith R, Morton C. Diagnosis and management of hidradenitis suppurativa. BMJ. 2013; 346: f2121.
  4. Zouboulis CC et al. S1-Leitlinie zur Therapie der Hidradenitis suppurativa/Acne inversa (ICD-10-Ziffer: L73.2). J Dtsch Dermatol Ges 2012; 10 (Suppl 5):1–31.
  5. Mühlstädt M, Bechara FG, Kunte C. Acne inversa (Hidradenitis suppurativa): Erkennen – Verstehen – Therapieren. Der Hautarzt 2013; 64:55–62.
  6. Nazary M et al. Eur J Pharm 2011; 672: 1–8.

Newsletter

Erhalten Sie regelmäßig aktuelle Infos und Neuigkeiten!

Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt

Wenn Sie den Verdacht haben, Beschwerden einer Acne inversa zu haben, wenden Sie sich bitte direkt an einen Hautarzt, damit er Ihnen helfen kann. Eine gute Vorbereitung ist wichtig, damit der Arzt die richtigen Untersuchungen in die Wege leitet.