Wundpflege bei Acne inversa

Erstellt in Zusammenarbeit mit Dr. med. Andreas Pinter, Hautarzt, Uniklinik Frankfurt am Main

Operationen sind eine der häufigen Behandlungsmethoden bei Acne inversa (Akne inversa). Wenn Ihnen Ihr Arzt einen operativen Eingriff empfiehlt, ist es wichtig, dass Sie sich schon im Vorfeld genau über alle Aspekte des Eingriffs informieren. Wichtige Fragen sind zum Beispiel: Welche Operationsart ist geplant? Welcher Wundverschluss soll angewendet werden? Wie lange wird der Heilungsprozess voraussichtlich dauern? Wie wird die Wundversorgung vonstattengehen? Je besser Sie Bescheid wissen, wie die Operation abläuft und was vorher und im Anschluss daran passiert, desto besser können Sie die Entscheidung mittragen und selbst ein gutes Ergebnis unterstützen.

Die richtige Wundbehandlung für den Behandlungserfolg

Nach einer Operation tragen Sie selbst mit einer gewissenhaften Wundpflege entscheidend zum erfolgreichen Ergebnis des Eingriffs bei. Wie die Wundpflege im Einzelnen durchgeführt wird und was dabei wichtig ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab:

  • von der Operationsmethode
  • von der Art des Wundverschlusses
  • an welcher Körperstelle sich die Wunde befindet
  • wie groß die Wunde ist

Eine sorgfältige und regelmäßige Wundpflege ist bis zur vollständigen Heilung notwendig. Auch wenn der Heilungsprozess fortgeschritten ist, sorgen Sie mit gründlicher Wundpflege dafür, dass Infektionen oder andere Komplikationen möglichst vermieden werden. Mit Geduld und Ausdauer können Sie so das Operationsergebnis unterstützen. Stimmen Sie die Wundpflege genau mit dem behandelnden Arzt ab.

Wundversorgung – was gehört dazu?

  1. In der Regel wird der Wundverband täglich gewechselt. In besonderen Situationen, etwa wenn Sie stark an der Verbandsstelle schwitzen, kann dies auch häufiger notwendig werden.
  2. Eine ausreichende und korrekte Desinfektion der Wunden sowie eine saubere Arbeitsweise beugt möglichen Infektionen der Wunden vor. 
  3. Bereiten Sie jeden Verbandswechsel gut vor. Legen Sie sich alle Utensilien, die Sie benötigen, griffbereit zurecht, etwa Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel.
  4. Sorgen Sie dafür, dass Ihnen jemand hilft, wenn Sie selbst die zu versorgende Stelle nicht gut erreichen können.

Gut informiert: Ansprechpartner für die Wundpflege

Sie sind der Hauptverantwortliche für Ihre tägliche Wundpflege, daher sollten Sie keine Fragen dazu offen lassen. Je sicherer Sie im Umgang mit der Wunde sind, desto leichter wird Ihnen die Versorgung fallen. Der wichtigste Ansprechpartner für alle Fragen zur Wundversorgung ist Ihr Arzt. Auch das Pflegepersonal kann Sie unterstützen. Nach der Operation im Krankenhaus wird Ihnen genau gezeigt, wie die Wundpflege funktioniert und was Sie ganz speziell in Ihrem Fall beachten sollten. Sie werden dort auch unterstützt, die Wundpflege nach der Krankenhausentlassung zu organisieren. Es kann geklärt werden, ob Ihr Hausarzt in die Wundversorgung eingebunden wird. Die Wunde ist an einer Körperstelle, die Sie selbst nicht erreichen können? Wenn es für Sie schwierig ist, die Wundpflege allein durchzuführen, kann ein ambulanter Pflegedienst zur Unterstützung engagiert werden.

Wundmanagement: Tipps für den Alltag

Passen Sie Ihre Lebensweise an

Manchmal ist es notwendig, dass Sie während der Wundheilung bestimmte Dinge im täglichen Leben ändern, um den Heilungsprozess nicht zu stören. Was das sein kann, ist sehr unterschiedlich. Kann die Wunde durch Schweiß beim Sport gereizt werden? Kann bei der Gartenarbeit Schmutz in die Wunde gelangen? Passen Sie bei Bedarf Ihre Lebensweise für die Dauer der Wundheilung an. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wenn Sie sich unsicher sind. Ist alles gut verheilt, kann der Alltag möglichst ohne Einschränkungen weitergehen.


Denken Sie an die Kontrolltermine

Die tägliche Wundpflege ist wichtig, regelmäßige Kontrollen durch Ihren Arzt auch. Nehmen Sie die vereinbarten Kontrolltermine wahr. So kann Ihr Arzt Ihnen frühzeitig Hinweise geben, wenn an der Wundpflege etwas geändert werden sollte.


Achten Sie auf „Alarmsignale“ einer Infektion

Mit der richtigen Pflege verläuft die Wundheilung in der Regel wie gewünscht. Trotzdem kann es in einigen Fällen zu einer Infektion kommen. Je früher diese erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln. Achten Sie daher auf Anzeichen einer Infektion:

  • Neue Schmerzen an der Wunde, die vorher nicht da waren
  • Starkes Nässen, ggf. auch Eiterbildung
  • Starke Rötung der Wunde
  • Starke Schwellung der Wunde

Stellen Sie bei sich solche Veränderungen fest, zögern Sie nicht und gehen Sie noch am selben Tag zum Arzt. Er kann beurteilen, ob es sich um eine Infektion handelt und diese, wenn notwendig, behandeln.


Kümmern Sie sich auch um den Wundrand

Nicht nur die Wunde selbst muss gepflegt werden, auch den Wundrand sollten Sie nicht vernachlässigen. Er sollte stets sauber sein und auch Kleberückstände sollten gründlich entfernt werden. Sie lassen sich z. B. mit einem Wattestäbchen oder Taschentuch, das mit ein wenig Desinfektionsmittel getränkt ist, vorsichtig lösen. Nutzen Sie Desinfektionsmittel eher großzügig, lassen Sie es lange genug einwirken, kleben Sie erst danach den Verband wieder auf. Sie vertragen den Kleber vom Verband nicht gut? Nutzen Sie einen Wundrandschutz. Er wird auf den Wundrand aufgetragen und bildet einen schützenden Film. Wundrandschutz bzw. Hautschutz erhalten Sie z. B. als Spray in der Apotheke.


Sorgen Sie für Wunddehnung

Bei größeren Wunden kann eine Wunddehnung wichtig sein, um die vollständige Beweglichkeit – etwa eines Arms oder Beins – zu gewährleisten und auch Schmerzen zu verhindern. Wenn eine Wunddehnung bei Ihnen notwendig ist, wird Ihnen im Krankenhaus genau gezeigt, wie Sie diese durchführen sollen. Vernachlässigen Sie die Wunddehnung nicht und seien Sie nicht zu zögerlich beim Ausführen der Bewegungen. Auch wenn der Vorgang zunächst etwas unangenehm sein kann, sorgen Sie langfristig dafür, dass Sie später keine Einschränkungen Ihrer Beweglichkeit haben.


Lassen Sie keine Haare einwachsen

Nach der Operation wachsen die Haare um die Wunde herum nach. An den Wundrändern sollten Sie diese vorsichtig mit einem Einmalrasierer entfernen, sobald Sie die ersten neuen Härchen bemerken. Decken Sie dabei die Wunde, etwa mit einem Stück Mull (Gaze) ab, damit keine der abrasierten Stoppeln in die Wunde geraten.

Infoblatt Wundpflege

Hier können Sie sich das Infoblatt Wundpflege als PDF-Datei (200 KB) herunterladen.

Checkliste Operation

Ihr Arzt rät Ihnen zu einer Operation? Nun ist es wichtig, dass Sie sich gut über den geplanten Eingriff informieren. Unsere Checkliste Operation hilft Ihnen bei der Vorbereitung auf das Arztgespräch.

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