Stress und Acne inversa

Zu viel zu tun bei der Arbeit, ein übervoller Terminkalender oder dicke Luft zu Hause – Stress kann uns überall im Leben begegnen. In vielen Fällen zählt auch die Acne inversa (Akne inversa) zu den Stressquellen. Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Scham durch Narben oder nässende Abszesse: Die Folgen der Erkrankung sind oft sehr belastend. Übermäßiger oder dauerhafter Stress beeinträchtigt nicht nur das allgemeine Wohlbefinden. Er kann sich auch ungünstig auf die Acne inversa auswirken. Mehr als ein Drittel der Menschen mit Acne inversa berichten, dass Stress und Anspannung zu einer Verschlechterung der Krankheit führt. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, können unterschiedliche Wege gegangen werden:

  • Stressvermeidung: Der effektivste Weg gegen Stress ist die Stressvermeidung. Dabei werden belastende Einflüsse im Leben beseitigt oder verändert. Manchmal helfen schon geringe Veränderungen, etwa ein klärendes Gespräch oder die eigenen bzw. die Anforderungen anderer an sich selbst zu überdenken.

  • Stressbewältigung: Leider lassen sich nicht alle Stressquellen einfach ausschalten. Stressbewältigung ist daher ein weiterer wichtiger Weg im Umgang mit Belastungen. Dabei wird nicht die Stressquelle selbst, sondern die eigene Einstellung zu ihr verändert. 

  • Krankheitsverarbeitung: Die Acne inversa selbst kann auch eine wesentliche Ursache für Stress und Belastung sein. Eine aktive und positive Krankheitsbewältigung trägt dazu bei, die Belastungen durch die Erkrankung zu mindern.

Strategien zur Krankheits- oder Stressbewältigung können so helfen, die Acne-inversa-Therapie zu unterstützen – sie können die Behandlung jedoch in keinem Fall ersetzen. Darüber hinaus gibt es kein Patentrezept im Umgang mit Stress oder der Acne inversa. Jeder Mensch kann jedoch individuell herausfinden, was ihm persönlich hilft, stressfreier und unbeschwerter durchs Leben zu gehen.

Umgang mit Stress und mit Acne inversa

Was raubt Ihnen Energie und belastet Sie? Machen Sie sich bewusst, wo Ihre Stressquellen verborgen sind. Haben Sie diese erkannt, kann ein neuer Weg eingeschlagen werden. Manchmal helfen schon kleine Veränderungen – ein klärendes Gespräch oder die eigenen Anforderungen an sich selbst zu überdenken.

  • Ist Zeitmangel die Ursache von Stress, kann es nützlich sein, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Unterscheiden Sie Wichtiges von Unwichtigem und setzen Sie Prioritäten.

  • Gehen Sie verantwortungsvoll mit Ihren Ressourcen um. Nehmen Sie die eigenen Grenzen wahr und lernen Sie, diese zu akzeptieren. Achten Sie darauf, dass Sie sich realistische Ziele setzen.

  • Nehmen Sie Unterstützung in Anspruch, wenn Sie diese benötigen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, Hilfe anzunehmen oder danach zu fragen. Gestehen Sie sich Pausen zu, wenn Sie diese benötigen.

  • Versuchen Sie, in stressigen Situationen einen Schritt zurückzutreten. Mit etwas Abstand ist es oft leichter, Lösungen für Probleme zu finden. Mit gezielter Entspannung kann es gelingen, Abstand aufzubauen.

  • Versuchen Sie sich auf Ihre eigenen Stärken zu konzentrieren und nicht auf das, was Sie durch die Erkrankung womöglich nicht können.

  • Lernen Sie, auch einmal Nein zu sagen. Vielen Menschen fällt das schwer. Es kann jedoch helfen, Überforderung oder Überlastung aus dem Weg zu gehen.

Krankheitsbewältigung: Mit Acne inversa gut durchs Leben

Die Herausforderungen durch die Acne inversa sind vielfältig und können alle Lebensbereiche betreffen. Jeder Mensch muss seinen persönlichen Weg mit der Acne inversa finden. Es gibt Bewältigungsmuster, die den Umgang mit der Erkrankung erleichtern, andere können auf lange Sicht ungünstig sein. Bei einer positiven Krankheitsverarbeitung gelingt es, die Acne inversa als Teil des Lebens zu akzeptieren, ohne das Leben von ihr bestimmen zu lassen. Gelingt ein aktiver und offener Umgang mit der Acne inversa, kann das dazu beitragen, die Krankheit weniger als Belastung zu empfinden.


Information

Gut über die eigene Erkrankung informiert zu sein kann helfen, Ängste und Unsicherheiten abzubauen und Lösungswege zu finden.


Austausch

Der Austausch mit anderen Betroffenen in der Selbsthilfe [http://www.acneinversa.de/links-ansprechpartner/] erleichtert vielen Menschen den Umgang mit der Erkrankung. Das kann in einer Selbsthilfegruppe oder auch im Internet in Foren sein.


Offenheit

Offenheit im nahen persönlichen Umfeld – dem Partner, der Familie oder engen Freunden gegenüber – kann Missverständnisse vermeiden und Verständnis fördern.


Psychotherapie

Bei Problemen, die Krankheit zu verarbeiten, kann eine Psychotherapie unterstützen, neue Wege im Umgang mit der Erkrankung zu erkennen und einzuschlagen.

Strategien zur Krankheitsbewältigung

GeeignetUngünstig
Akzeptanz der ErkrankungResignation
Aktive ProblemlösungPassive Grundhaltung
Eigenverantwortlich mit der Erkrankung umgehenBagatellisierung, Herunterspielen der Probleme
SelbstermutigungSelbstbeschuldigung, Selbstzweifel
Suche nach UnterstützungSozialer Rückzug
InformationssucheGrübeln
Gefühle zulassenGefühle unterdrücken
Abstand gewinnenSelbstmitleid
Ablenkung suchenSich selbst aufgeben

Krisen ernst nehmen!

Es kann passieren, dass die Belastung durch die Acne inversa als so gravierend empfunden wird, dass es aus eigener Kraft nicht mehr gelingt, sich aus dem Tief zu befreien. Depression oder starke Ängste können die Folge sein. Solche Situationen sollten sehr ernst genommen werden. Wenn Sie bei sich Zeichen einer Depression feststellen oder das Gefühl haben, im Umgang mit der Acne inversa überfordert zu sein, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt oder wenden Sie sich an einen Psychotherapeuten.

Entspannung gegen Stress

Entspannung löst Spannung und baut dadurch Stress ab. Durch Entspannung kann es gelingen, Stressreaktionen zu entschärfen und negative Spannungen abzubauen. Entspannung gibt daher die Möglichkeit, Stresssituationen gelassener anzugehen. Darüber hinaus trägt Entspannung zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Gezielte Entspannungstechniken, aber auch – ganz nach Typ und Geschmack – Lesen, Gartenarbeit, ein Hobby oder ein Waldspaziergang können für mehr Ruhe und Gelassenheit sorgen. Was ist Ihr persönliches Rezept, um zur Ruhe zu kommen? Finden Sie es heraus.

Tipps zur Entspannung

Erlernen Sie eine Entspannungstechnik: Progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Meditation sind Beispiele. Das erfordert etwas Geduld und Zeit, zahlt sich jedoch aus.


Nehmen Sie sich bewusst Zeit für sich selbst. Planen Sie z. B. einen Abend in der Woche fest ein, der für Dinge reserviert ist, die Ihnen guttun.


Achten Sie auf eine tiefe und ruhige Atmung: Tiefes und bewusstes Ein- und Ausatmen kann entspannen.


Schalten Sie ab, wenn Sie entspannen möchten: Machen Sie Ihr Handy aus, fahren Sie den Computer oder das Tablet herunter, schalten Sie das Telefon auf stumm.


Finden Sie Ihren Ort der Entspannung: Um den Kopf frei zu bekommen, können Sie einen Platz aufsuchen, den Sie mit Ruhe verbinden. Das kann der Garten, ein Park oder eine Bibliothek sein. Probieren Sie es aus!

Literatur:

  1. Von der Werth JM, Jemec GB. Morbidity in patients with hidradenitis suppurativa. Br J Dermatol 2001; 144: 809–813.
  2. Zouboulis CC et al. S1-Leitlinie zur Therapie der Hidradenitis suppurativa/Acne inversa (ICD-10-Ziffer: L73.2). J Dtsch Dermatol Ges 2012; 10 (Suppl 5): 1–31.
  3. Esmann S, Jemec GBE. Work, personal relationship and sexuality are influenced most by hidradenitis suppurativa (abstract). Acta Derm Venerol 2009; 89: 577–578.

Infoflyer Stressbewältigung

Hier können Sie sich den Infoflyer „Stressbewältigung“ als PDF-Datei (1.6 MB) herunterladen.

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