Rauchen und Acne inversa

Erstellt in Zusammenarbeit mit Dr. Christoph B. Kröger, Diplom Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, München
Rauchen und Acne inversa (Hidradenitis suppurativa)

Rauchen schadet der Gesundheit – das weiß jeder! Mit Acne inversa (Akne inversa) gibt es jedoch noch weitere gute Gründe, einen Rauchstopp in Angriff zu nehmen. Der Zusammenhang zwischen Rauchen und der Krankheit ist noch nicht abschließend geklärt. Tatsache ist jedoch, dass 75 bis 85 % der Menschen mit Acne inversa zur Zigarette greifen. Darüber hinaus ist bekannt, dass Rauchen zu den Risikofaktoren gehört und erneute Schübe fördern kann.

Nikotin – unerwünschte Wirkung

Es wird vermutet, dass Nikotin Veränderungen an den Drüsen der Haarfollikel – dem Ort, an dem Acne inversa entsteht – verursacht. Darüber hinaus siedeln sich durch das Rauchen mehr Bakterien des Typs Staphylococcus aureus auf der Haut an. Das Bakterium hat einen ungünstigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf. Auch die Wundheilung kann durch das Rauchen verschlechtert werden. Der blaue Dunst hat also einen schlechten Einfluss auf die Erkrankung. Vielleicht fühlen Sie sich mit Acne inversa manchmal hilflos oder der Krankheit ausgeliefert. Als Raucher mit Acne inversa haben Sie die Möglichkeit, durch einen Rauchstopp selbst etwas zu tun, um die Krankheit positiv zu beeinflussen.

Viele Vorteile durch ein rauchfreies Leben

Wenn Sie Acne inversa haben und das Rauchen aufgeben,

    • tragen Sie selbst aktiv etwas dazu bei, um positiv auf die Krankheit einzuwirken;
    • senken Sie das allgemeine Gesundheitsrisiko;
    • verbessern Sie Ihre Lebensqualität und Ihr allgemeines Wohlbefinden.

        Rauchstopp: raus aus der Abhängigkeit

        Wenn Sie sich mit der Raucherentwöhnung beschäftigen, ist das bereits der erste Schritt zum Aufhören. Beim Abschied von den Zigaretten kommt es darauf an, dass Sie selbst die Initiative ergreifen. Was den Rauchstopp so schwer macht, ist die Abhängigkeit. Sie besteht körperlich und psychisch. Mit jedem Zug an der Zigarette gelangt Nikotin innerhalb weniger Sekunden in die Blutbahn und so auch ins Hirn. Nikotin dockt dort an Empfänger von Nervenzellen an und Botenstoffe werden ausgeschüttet. Sie signalisieren Glücks- und Belohnungsgefühle. Die Wirkung hält jedoch nicht lange an, der Körper verlangt nach mehr. Die körperliche Abhängigkeit ist da. Wird ihr nicht nachgegeben, kann es zu Entzugserscheinungen kommen: wie zum Beispiel Gereiztheit, Unruhe oder Schlafstörungen. Diese sind jedoch nach 2 bis 4 Wochen überstanden.

        Gleichzeitig lernt der Körper, dass ihm mit dem Griff zur Zigarette etwas „Gutes“ widerfährt. Bestimmte Situationen oder Tätigkeiten werden direkt mit dem Rauchen verknüpft. Das kann Kaffeetrinken sein, eine Stresssituation oder die Belohnung nach getaner Arbeit. Es kommt zur Gewöhnung. Mit der Zeit wecken diese Situationen ein Rauchverlangen. Das ist die psychische Abhängigkeit. Bei der Entwöhnung ist es wichtig, sich auf die Situationen vorzubereiten, in denen das Rauchverlangen besonders groß wird, und alternative Strategien zu entwickeln.

        Bereiten Sie sich gut vor – tappen Sie nicht in die Raucherfalle

        Wann ist Ihr Rauchverlangen besonders groß? Finden Sie heraus, wie Ihre Rauchgewohnheiten sind. Dafür notieren Sie sich, wann Sie rauchen, zu welchem Anlass und wie wichtig Ihnen die jeweilige Zigarette ist. Auf diese Weise werden Sie Ihre typischen Risikosituationen erkennen. Nun können Sie sich überlegen, welche Alternativen es für Sie zur Zigarette gibt. Hier haben wir Ihnen ein paar Beispiele zusammengestellt.

        GefahrensituationAlternative
        In Geselligkeit, mit FreundenDen Freunden vom Rauchstopp erzählen
        Beim WartenEtwas zum Lesen dabeihaben
        Nach dem EssenEinen Spaziergang machen
        Beim TelefonierenEtwas auf einen Block kritzeln
        Bei StressTief durchatmen, Entspannungsübung machen
        Bei Ärger oder WutDen Raum kurz verlassen, um auf andere Gedanken zu kommen

        Wege weg vom Rauchen: Sie können es schaffen!

        Die wichtigste Voraussetzung dafür, endlich dauerhaft die Finger von den Zigaretten zu lassen, ist die eigene Motivation. Doch Sie stehen nicht allein da: Suchen Sie sich Unterstützung für Ihre Ausstiegspläne. Informieren Sie sich. Melden Sie sich zu einem Kurs an. Lassen Sie sich beraten – von Ihrem Arzt oder an einem Beratungstelefon. Je besser Sie vorbereitet sind, desto höher sind Ihre Erfolgschancen. Wenn Sie Ihre Entscheidung getroffen haben, setzen Sie sich einen Termin und werden Sie aktiv.

        Tipps zur Raucherentwöhnung

        Nutzen Sie ein Beratungstelefon

        Wenden Sie sich an eine telefonische Beratung, wenn Sie Fragen zur Raucherentwöhnung haben oder auch wenn Sie Gefahr laufen, rückfällig zu werden. Das Beratungstelefon zum Nichtrauchen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist unter der kostenfreien Nummer 0800 – 8 31 31 31 erreichbar (Mo bis Do von 10.00 bis 22.00 Uhr, Fr bis So von 10.00 bis 18.00 Uhr).


        Fragen Sie nach Unterstützung durch die Krankenkasse

        Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, welche Unterstützung aufhörwilligen Rauchern geboten wird. Einige Kassen bieten Programme zur Entwöhnung an. Oft werden auch die Kosten für Kurse übernommen.


        Melden Sie sich zu einem Raucherentwöhnungskurs an

        Ein Kurs ist oft eine wirksame Unterstützung für die Entwöhnung. Sie werden für den Ausstieg motiviert, können Ihr Rauchverhalten reflektieren und sich für den Rauchstopp wappnen – gemeinsam mit anderen Aufhörwilligen. Kurse in Ihrer Nähe finden Sie unter www.anbieter-raucherberatung.de oder www.rauchfrei-programm.de.


        Machen Sie eine Liste mit Ihren Gründen für den Rauchstopp

        Die Liste von Vorteilen des Nichtrauchens ist lang. Welche Aspekte sind für Sie persönlich ganz besonders wichtig? Legen Sie los und schreiben Sie Ihre Liste der guten Gründe für ein rauchfreies Leben. Führen Sie sich Ihre Gründe während der Entwöhnung immer wieder vor Augen.


        Legen Sie sich eine Notfallkarte zu

        Auf Ihrer Notfallkarte notieren Sie Notfallstrategien, damit Sie diese in Situationen griffbereit haben, in denen das Rauchverlangen übermächtig zu werden scheint. Beispiele: Ich verlasse die Situation; ich rufe eine bestimmte Person an; ich mache mir klar, es geht vorbei, und warte 5 Minuten. 


        Rückfall? Lassen Sie sich nicht entmutigen!

        Sie wollten aufhören und sind rückfällig geworden? Die meisten Raucher benötigen mehrere Versuche, um es zu schaffen. Das ist also kein Grund aufzugeben. Im Gegenteil: Nehmen Sie die Situation zum Anlass, um festzustellen, wo die Schwachstelle lag und wie Sie diese beim nächsten Mal vermeiden können.

        Rauchstopp – jetzt geht’s los!

          1. Legen Sie ein Rauchstoppdatum fest und treffen Sie alle Vorbereitungen.
          2. Verbannen Sie alle Rauchutensilien aus Ihrem Umfeld, wenn es losgeht.
          3. Verdeutlichen Sie sich immer wieder, welche Vorteile das Aufhören für Sie hat.
          4. Achten Sie auf die positiven Veränderungen, die Sie schon nach kurzer Zeit bei sich selbst feststellen.
          5. Bitten Sie Ihre Mitmenschen um Nachsicht, wenn Sie in den ersten Tagen etwas gereizt sind.
          6. Meiden Sie in den ersten Tagen andere Raucher und auch Alkohol.
          7. Tun Sie sich bewusst etwas Gutes, sorgen Sie für Entspannung.

                          Quelle:

                          1. Zouboulis CC et al. S1-Leitlinie zur Therapie der Hidradenitis suppurativa/Acne inversa (ICD-10-Ziffer: L73.2). J Dtsch Dermatol Ges 2012; 10 (Suppl 5):1–31. 

                          Infoflyer Rauchen

                          Hier können Sie sich den Infoflyer Rauchen als PDF-Datei (600 KB) herunterladen.

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