Psychotherapie bei Acne inversa

Psychotherapie bei Acne inversa

Acne inversa (Akne inversa) führt nicht nur zu körperlichen Einschränkungen. Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung kann auch psychische, emotionale und soziale Folgen haben. Die Symptome der Acne inversa, wie Schmerzen und Geruchsentwicklung durch Abszesse, sind sehr belastend. Dies vor allem, wenn die Erkrankung schon länger anhält. Dadurch können negative Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl entstehen und sowohl Ängste, als auch Hilflosigkeit ausgelöst werden. Wie mit den Herausforderungen der Acne inversa umgegangen wird, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die helfen können, die Belastungen besser zu verarbeiten. Das Erlernen einer gezielten Entspannungstechnik zur Stressbewältigung oder auch der Austausch in der Selbsthilfe sind Beispiele dafür. Wenn es zu Problemen bei der Krankheitsbewältigung, zu Rückzug aus Alltagssituationen kommt oder wenn es Anzeichen einer Depression oder starke Ängste gibt, kann eine Psychotherapie helfen. Sie kann in Situationen, die festgefahren, aussichtslos und unveränderbar scheinen, neue Perspektiven bieten. Psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen ist in der Gesellschaft leider immer noch ein stigmatisiertes Thema. Im Sinne einer ganzheitlichen Behandlung wird es jedoch als hilfreich erachtet. Eine Psychotherapie ist eine Ergänzung zur medikamentösen oder operativen Behandlung. Sie unterstützt dabei, belastende Situationen besser zu bewältigen. Der behandelnde Hautarzt kann beraten, ob eine psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll ist.

Was ist Psychotherapie?

Ziel der Psychotherapie ist es, Menschen dabei zu unterstützen, mit dem eigenen Leben – in diesem Fall mit Acne inversa – besser zurechtzukommen. Eine Psychotherapie bringt Veränderungsprozesse auf den Weg, die später im täglichen Leben aktiv umgesetzt werden können. Wichtige Voraussetzung ist die Bereitschaft, aktiv etwas an der eigenen Situation zu verändern. Wenn es um die Krankheitsbewältigung bei Acne inversa geht, kommen in der Regel zwei psychotherapeutische Verfahren zum Einsatz: die tiefenpsychologische Psychotherapie und die Verhaltenstherapie. Beide werden bei einer entsprechenden Diagnose von den gesetzlichen Krankenkassen und den meisten privaten Krankenversicherungen – abhängig vom Vertrag – übernommen.

Psychotherapeutische Verfahren

Tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie (auch psychodynamische Psychotherapie): Sie konzentriert sich in der Regel auf einen klar definierten Lebenskonflikt. Im Gespräch werden die Einstellungen und Mechanismen, die hinter dieser seelischen Belastung stehen, erschlossen und verändert. Der Therapeut hat dabei eine „Lotsenfunktion“ und leistet Hilfe zur Selbsthilfe. Die Sitzungen finden etwa über ein halbes bis ein Jahr einmal wöchentlich in je 50 Minuten statt, können aber bei Bedarf auch häufiger und länger erfolgen.

Verhaltenstherapie: Sie geht davon aus, dass psychische Probleme auf erlerntem Verhalten beruhen und ein Umlernen möglich ist. Der Fokus liegt darauf, neue Einstellungen und Verhaltensmuster zum aktuellen Problem zu erarbeiten und so die Lebensqualität zu erhöhen. Oft werden dabei Aufgaben eingesetzt, die selbst zu erarbeiten sind. Eine Therapie dauert maximal 80 Stunden, oft aber auch weniger, und findet in der Regel in Sitzungen von je 50 Minuten pro Woche statt.

Der Weg zur Psychotherapie mit Acne inversa

Es gibt sowohl Ärzte als auch Psychologen, die eine Ausbildung zum Psychotherapeuten haben und eine Psychotherapie durchführen können. Im Idealfall hat der Therapeut Erfahrung im Bereich Krankheitsbewältigung oder sogar mit chronischen Hauterkrankungen. Ein Therapeut kann direkt oder mit Überweisung durch den Haut- bzw. Hausarzt aufgesucht werden. Wichtig bei der Wahl des Therapeuten ist, ob Sympathie vorhanden ist und sich ein Vertrauensverhältnis aufbauen lässt. Die ersten Sitzungen sind für das Kennenlernen, die Diagnose und für die Planung der Therapie gedacht. Sie werden von der Krankenkasse übernommen und dienen auch dazu, herauszufinden, ob „die Chemie“ stimmt. Ist dies nicht der Fall, sollte der Mut aufgebracht werden, einen anderen Psychotherapeuten zu suchen.

Tipps zur Psychotherapeutensuche

Auf der Suche nach einem Therapeuten, kann ggf. der behandelnde Hautarzt eine Empfehlung geben. Darüber hinaus bieten unterschiedliche Institutionen im Internet eine Psychotherapeutensuche an.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung bietet eine Arztsuche nach Bundesländern unterteilt, über die auch nach ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten gesucht werden kann.
www.kbv.de


Eine Suchfunktion für psychologische Psychotherapeuten gibt es auf der Seite der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung.
www.dptv.de


Die Wartezeiten bei Psychotherapeuten können sehr lang sein. Die Terminservicestellen der kassenärztlichen Vereinigungen helfen dabei, so schnell wie möglich einen Termin beim Psychotherapeuten zu erhalten.
www.kbv.de

Quellen:

  1. Kouris A et al. Quality of Life and Psychosocial Implications in Patients with Hidradenitis Suppurativa. Dermatology 2016; 232 (6): 687–691.
  2. Zouboulis CC et al. S1-Leitlinie zur Therapie der Hidradenitis suppurativa/Acne inversa (ICD-10-Ziffer: L73.2). J Dtsch Dermatol Ges 2012; 10 (Suppl 5): 1–31.

Infoflyer Psychotherapie

Hier können Sie sich den Infoflyer „Psychotherapie“ als PDF-Datei (600 KB) herunterladen.

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