Häufige Fragen zu Acne inversa

Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen zur Acne inversa (Akne inversa):

Ist Acne inversa ansteckend?

Nein, Acne inversa ist nicht ansteckend. Es handelt sich um eine chronische Entzündung der Haut, die vermutlich durch eine Fehlleitung des Immunsystems entsteht.

Ist eine Heilung bei Acne inversa möglich?

Leider gibt es zurzeit keine Heilung bei Acne inversa. Die Erkrankung kann jedoch behandelt werden. Acne inversa verläuft unterschiedlich, sodass sich nicht alle Formen mit der Zeit verschlimmern.

Wie häufig kommt es bei Acne inversa zu einem Krankheitsschub?

Die Ausprägung und der Verlauf von Acne inversa ist unterschiedlich und kann nicht vorhergesagt werden. In einigen Fällen kommt es zu einem erneuten Auftreten der Erkrankung, in anderen nicht. Wie oft es zu einem Schub kommt und wie lange er anhält, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Ist Acne inversa vererbbar?

Es scheint eine erbliche Veranlagung zu geben: Etwa ein Drittel aller Menschen mit Acne inversa haben eine weitere Person mit der Erkrankung in der Familie. Hat ein Elternteil Acne inversa, müssen die Kinder jedoch nicht zwingend auch erkranken.

Wie wird Acne inversa behandelt?

Generell gibt es zwei Formen der Behandlung: Medikamente und Operationen. Darüber hinaus kann eine psychologische Hilfe zu den unterstützenden Maßnahmen zählen.

Für die medikamentöse Therapie stehen zum einen Antibiotika zur Verfügung. Sie können zu einer Verbesserung, jedoch in der Regel nicht zu einer vollständigen Abheilung der Hautveränderungen führen. Zum anderen kann Acne inversa mit Biologika behandelt werden: Diese biotechnologisch hergestellten Medikamente greifen gezielt in das fehlgeleitete Immunsystem ein und können den Entzündungsprozess so langfristig unterbrechen und die Erkrankung kontrollieren.

Eine Operation erfolgt in der Regel, wenn die Therapie mit Medikamenten nicht erfolgreich war. Es gibt unterschiedliche Operationsmethoden. Bei Abszessen ist z. B. das Öffnen möglich (Abszessspaltung) oder die Abdeckelung (Deroofing), also die Entfernung des abdeckenden Gewebes. Darüber hinaus kann das von den Hautveränderungen betroffene Gewebe operativ entfernt werden (Exzision).

Die Folgen der Acne inversa können sehr belastend sein. Wird das Leben zunehmend von der Erkrankung bestimmt oder kommt es durch sie zu starken psychischen Beeinträchtigungen, kann eine psychologische Unterstützung hilfreich sein. So kann es gelingen, neue Wege im Umgang mit Acne inversa zu finden.

Wie wird die Therapie bei Acne inversa ausgewählt?

Der Schweregrad der Erkrankung und die persönlichen Lebensumstände geben den Ausschlag dafür, welche Behandlung infrage kommt. Darüber hinaus gibt es Behandlungsleitlinien, die Ärzten eine Orientierung geben, wann welche Therapie eingesetzt werden sollte.

Die Behandlung wird individuell ausgewählt. Bei jeder Therapie müssen der mögliche Nutzen und eventuelle Risiken gegeneinander abgewogen werden. Ihr behandelnder Hautarzt kennt alle Behandlungsmöglichkeiten und kann die finden, die am besten zu Ihrer Situation passt. Es ist jedoch auch wichtig, dass Sie sich selbst gut über alle Wege der Therapie informieren und die Vor- und Nachteile der jeweiligen Option kennen. Auf diese Weise können Sie gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt die Entscheidung für die für Sie persönlich am besten geeignete Therapie treffen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und lassen Sie keine Frage zu Behandlungsmöglichkeiten offen.

Kann mit Acne inversa Sport getrieben werden, z. B. Schwimmen?

Ob, in welchem Umfang und welche Sportarten mit Acne inversa empfehlenswert sind, richtet sich nach der individuellen Ausprägung der Erkrankung und auch danach, wo sich die Hautveränderungen am Körper befinden. Generell trägt Sport und Bewegung zum allgemeinen Wohlbefinden bei und ist natürlich auch bei chronischen Erkrankungen empfehlenswert. Wenn Sie unsicher bei der Wahl der geeigneten Sportart sind, sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt.

Kann Acne inversa anhand des Blutbildes erkannt werden?

Nein, bisher gibt es keinen Blutwert, mit dem sich Acne inversa nachweisen lässt.

Kann etwas gegen die Geruchsentwicklung bei Acne inversa getan werden?

Antiseptika, also Mittel zur Desinfektion, die äußerlich angewendet werden, können dabei helfen, den Geruch der abgesonderten Flüssigkeit zu vermindern. Ihr Hautarzt kann Sie dazu beraten.

Gibt es bei Acne inversa hinsichtlich der Kleidung etwas zu beachten?

Empfehlenswert ist weite, luftige Kleidung und Unterwäsche aus Baumwolle, um eine Reizung der Haut zu vermeiden.

Hat Rauchen Einfluss auf Acne inversa?

Es gibt Hinweise, dass Rauchen zu den Risikofaktoren von Acne inversa gehört. Wenn Sie Acne inversa haben, ist das also – neben dem allgemeinen Gesundheitsrisiko – ein weiterer guter Grund, das Rauchen aufzugeben. Informieren Sie sich zum Thema Raucherentwöhnung, hier finden Sie Tipps zum Rauchstopp.

Quellen:

  1. Jemec G. Hidradenitis Suppurativa. N Engl J Med. 2012; 366: 158–64.
  2. Zouboulis CC, Tsatsou F (2012). Disorders of the apocrine sweat glands. In: Goldsmith LA, Katz SI, Gilchrest BA, Paller AS, Leffell DJ, Wolff K (eds) Fitzpatrick’s Dermatology in General Medicine. 8th ed., McGraw Hill, New York, Chicago, pp. 947–959.
  3. Collier F, Smith R, Morton C. Diagnosis and management of hidradenitis suppurativa. BMJ. 2013; 346: f2121.
  4. Zouboulis CC et al. S1-Leitlinie zur Therapie der Hidradenitis suppurativa/Acne inversa (ICD-10-Ziffer: L73.2). J Dtsch Dermatol Ges 2012; 10 (Suppl 5):1–31.
  5. Mühlstädt M, Bechara FG, Kunte C. Acne inversa (Hidradenitis suppurativa): Erkennen – Verstehen – Therapieren. Der Hautarzt 2013; 64:55–62.

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Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt

Wenn Sie den Verdacht haben, Beschwerden einer Acne inversa zu haben, wenden Sie sich bitte direkt an einen Hautarzt, damit er Ihnen helfen kann. Eine gute Vorbereitung ist wichtig, damit der Arzt die richtigen Untersuchungen in die Wege leitet.

Was Acne inversa ist und warum eine frühe Diagnose wichtig ist, sehen Sie hier ...